Words shine bright like poetry

Dark Poetry & Kurzgeschichten
 

Letztes Feedback

Meta





 

Der Vampir

Mitternacht, der Mond schien fahl,
als ich ihr das Leben stahl.
Leise tropfte Blut hernieder
auf die todgeweihten Glieder
einer sterbendschönen Frau
mit ihr stellt sich der Tod zur Schau.

In vielen nebulösen Nächten,
die wir gern zu zweit verbrächten,
ging ich heimlich, still und leise
auf die todbringende Reise.
Ich wanderte durch dunkle Gassen,
wollte mit den Ketten rasseln,
schreien, brüllen, wütend sein,
stattdessen wurde ich gemein.

Begann die Lebenden zu hassen,
wie sie auf den finst'ren Strassen
lachten, tanzten, fröhlich waren.
Verblendet schienen diese Scharen!
Befreit von Tugendhaftigkeit
blieb ihnen nicht sehr viel Zeit
meinen Fängen zu entkommen.
Nur wenig sind dem Tod entronnen.

Ich labte mich an ihrem Blut,
genoss die flackernde Lebensglut,
frohlockte, sang und freute mich,
während schnell die Zeit verstrich.
Schon bald würde der Morgen grauen,
der Frost zu Wasserperlen tauen,
die Sonne auf die Erde strahlen
und die Welt in Farbe malen.

Deswegen zog ich mich zurück,
erstrahlte in neuem Lebensglück.
Verborgen im Nebel der finsteren Nacht,
habe ich euch das Unheil gebracht.
Nun lege ich mich zufrieden zur ruh,
mache rasch die Augen zu
und träume von der Zärtlichkeit,
die den Menschen vom Leben befreit.

19.7.15 22:29

Letzte Einträge: Brave new world, Gedanken, Vergangen nennen!, REST IN PEACE (Kurzgeschichte), Du und ich, Schicksalsnetze

bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)


 Smileys einfügen